Linking Borderlands:

Dynamiken grenzregionaler Peripherien

 

Linking Borderlands: Dynamiken grenzregionaler Peripherien, ein Verbundvorhaben der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg mit der Universität des Saarlandes (federführend) und der Technischen Universität Kaiserslautern wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bewilligt.

Das für drei Jahre geplante Projekt wurde vom Viadrina Center B/Orders in Motion beantragt. Es zielt darauf ab, den Fokus der Regionalstudien auf europäische Grenzregionen als Kontaktzonen und Übergangsbereiche an nationalstaatlichen Rändern zu richten. Den gemeinsamen Zugang des Konsortiums aus der Universität des Saarlandes (UdS, Lead Partner), der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK), der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) (EUV) und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) bilden die Border Studies, die sich verstärkt seit den 1990er Jahren kulturwissenschaftlich und interdisziplinär weiterentwickelt haben. Als gemeinsame Richtschnur dient das Handbuch Grenzforschung (hg.v. Gerst/Klessmann/Krämer, NOMOS Verlag 2021), das ein bahnbrechendes Ergebnis der teilweise seit vielen Jahren bestehenden Zusammenarbeit zwischen den WissenschaftlerInnen darstellt. Gemeinsam werden die Grenzräume der Großregion Saar-LorLux+ und von Brandenburg/Lebus vergleichend untersucht. Diese transregionalen Peripherien gilt es in Relation zu setzen, da sie einen unterschiedlich hohen Verflechtungsgrad in Verbindung mit einer zeitlichen Divergenz der EU-Integration aufweisen. Die neu zu generierenden Erkenntnisse werden auch jenseits der Wissenschaft in enger Kooperation mit EntscheidungsträgerInnen in Politik und Gesellschaft in den aktuellen Themenfeldern grenzüberschreitender Kooperation verhandelt. Über das forschungsbezogene Linking von Borderlands hinaus verfolgt das Vorhaben das zentrale Ziel, eine Kooperation zwischen dem Uni-GRCenter for Border Studies (u.a. UdS und TUK) und dem Viadrina Center B/Orders in Motion (EUV) zu etablieren und so zur Verstetigung der Grenzraumforschung im Verbund und zur Stärkung darüber hinaus beizutragen.


Das von Prof. Dr. Konstanze Jungbluth und Prof. Dr. Nicole Richter geleitete Teilprojekt Communicative Borderlands: Soziale Praxis und Sprache im Berufsausbildungskontext setzt sich mit Sprachenlernen im grenzüberschreitenden Ausbildungskontext auseinander. Über Sprache findet auf zentrale Weise alltägliche Kommunikation statt, die mit dem Aufeinander-treffen mehrerer Sprachen in Grenzkontexten zur Herausforderung werden kann. Die Beherrschung von Nachbarsprachen gehört keineswegs zum Standard, auch wenn Formen der Sprachpolitik diese befördern. Einen Teilbereich, in dem sich politische Bestrebungen, Hürden und Chancen wie im Brennglas beobachten lassen, stellt der Berufsausbildungskontext als Tor zur grenzüberschreitenden Arbeitswelt dar. Im Rahmen des Projekts werden sowohl das (staatliche und kommunale) Agieren auf unterschiedlichen institutionellen Ebenen zugunsten grenzübergreifender Berufsbildungsangebote auch hinsichtlich der sie bestimmenden regionalen grenzüberschreitenden Wirtschafts- und Sozialpolitik, einschließlich ihrer in Schulen, Unternehmen und Handelskammern handelnden AkteurInnen, als auch die konkrete soziale Praxis plurilingualer mündlicher und virtueller Gesprächssituationen der Auszubildenden und jungen Erwachsenen aus Polen und Deutschland selbst hinsichtlich ihrer kulturellen Aushandlungsprozesse dokumentiert und vergleichend ausgewertet.